schützen - pflegen - überwachen
Stop Littering
Die 4000-Jahre-Flasche
 
Zigarettenstummel am Berggipfel. Aluminiumdosen in Felsspalten. Papiertaschentücher entlang der Wanderwege.
Was achtlos weggeworfen wird, bleibt – sofern es nicht von engagierten Freiwilligen aufgesammelt wird – in der Natur liegen. Und liegen und liegen und liegen. Eine Glasflasche zum Beispiel hält sich bis zu 4000 Jahre in der Natur. Ein ausgespuckter Kaugummi immerhin noch fünf Jahre.
Da in den vergangenen Jahren neben den Straßen auch die Wanderwege immer öfter als Müllablageplätze verwendet werden, setzt die Fachabteilung 19D des Landes für Abfall- und Stoffflusswirtschaft gemeinsam mit der Berg- und Naturwacht und dem Abfallwirtschaftsverband nun eine neue Maßnahme zur Bewusstseinsbildung:
Sobald die dafür notwendigen naturschutzrechtlichen Bescheide fertig sind, werden die Berg- und Naturwächter an vorläufig rund 40 neuralgischen Punkten wie Parkplätzen, Informationstafeln oder Berghütten spezielle Tafeln anbringen. Diese sollen Touristen und Wandersleute ermahnen, ihren Müll nicht einfach in die Natur zu werfen.
 
Informieren statt mahnen
„Das soll aber nicht mit erhobenem Zeigefinger geschehen. Die Steiermärkische Berg- und Naturwacht möchte die Leute auf einer anderen Ebene ansprechen“. So zeigen die Tafeln ganz genau, wie lange die Dinge, die am häufigsten achtlos weggeworfen werden, in der Natur überdauern.
Die Tafeln sollen vorerst im Grazer Bergland und dann allmählich flächendeckend in der ganzen Steiermark aufgestellt werden. So will man der Müllflut Einhalt gebieten. Denn: „Fünf Millionen Kilo Müll werden pro Jahr allein in der Steiermark weggeworfen. Die Entsorgung kostet 15 Millionen Euro – das ist die Hälfte des steirischen Tourismusbudgets“, rechnete Landesrat Johann Seitinger vor.
 
 
Text: SONJA SCHREI, Kleine Zeitung
 

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