schützen - pflegen - überwachen
Allgemeines

Neophyten

sind Pflanzen, die vom Menschen beabsichtigt oder unbeabsichtigt eingeschleppt wurden.


Stichtag für die Verbreitung der Neophyten:

Mit der Entdeckung Amerikas (1492) wird der weltweite Austausch von Gütern – auch von Pflanzen und Tieren – eingeleitet.


Beabsichtigte Einfuhr

Zierpflanzen

  • Drüsiges Springkraut:
  • Riesen-Bärenklau:
  • Kanadische Goldrute:
  • Japanischer Staudenknöterich:
1. Einfuhr 1839, vom Himalaja nach England
19. Jhd. Kaukasus, größte krautige Pflanze (3 m)
Bienenweide, Zierpflanze
Deckpflanze

Nutzpflanzen

  • Kanadische Pappel:
  • Robinie od. "Falsche Akazie":
schnellwachsendes Holz
Ödlandaufforstung, hartes Holz Stützen für Weinreben

Unbeabsichtigte Einfuhr

  • mit Saatgut von Kulturpflanzen
  • mit Waren und Verkehrsmitteln
  • mit Sand und Erde ð Ballast von leeren Schiffen
    für den Rücktransport (Ballastpflanzen)





 

 

 

 

 

 

 

Veränderung der heimischen Ökosysteme

Robinie, "Falsche Akazie", kann durch stickstoffproduzierende Wurzelknöllchen den Boden selbst düngen 

 
Verursacher von wirtschaftlichen Schäden

Reblaus
1869 wurden reblausverseuchte Reben vom Direktor der Klosterneuburger Weinbauschule (!) nach Österreich eingeführt

Ulmensterben
durch einen ursprünglich in ostasiatischen Ulmen lebenden Pilz


Gesunde Ulmen

  • Gefährdung der Gesundheit
    z.B. Allergien durch Ambrosia, Bärenklau
  • Verlust der Artenvielfalt
    Neophyten haben im neuen Lebensraum oft keine natürlichen Feinde und sind somit den heimischen Arten überlegen
  • Konkurrenz
    um Lebensraum, Nährstoffe, Licht, Wasser 
  • Ökologisches Gleichgewicht
    Schwankungen der Umweltbedingungen beeinflussen das ökologische Gleichgewicht

  • Schutz vor Neophyten

    Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung
    Einfuhrstopp von Zierpflanzen
    streng kontrollierte Einfuhr v. Nutzpflanzen 
  • Gesetzliche Grundlagen §
    Die Konvention der Vereinten Nationen über die biologische Vielfalt bestimmt, dass die Einbringung gebietsfremder Arten, welche Ökosysteme, Lebensräume oder Arten gefährden, zu verhindern ist. Diese Arten sind zu kontrollieren oder zu beseitigen.

  Die Reblaus hat im 19. Jhd. große Weinanbaugebiete zerstört


Springkraut soweit das Auge reicht

Namensherkunft

  • Drüsen:
  • Indien:
  • Springmechanismus:
klein, rotspitzig, zwischen den Blattstängeln
ursprüngliche Heimat ist der Himalaja
Früchte platzen bei Berührung auf und verstreuen Samen. Samen wird bis 7 m weit geschleudert




 

 

Standort

Nährstoff- und Nässezeiger (Ufer, Gräben)
(Halb-)Schatten (Waldrand, Aufforstungen)



 
  • Fernausbreitung verunreinigter wandernder Flusssand 
    Hochwasser: Samen verdriften, Ableger wurzeln
    Mensch:         Zierpflanze, Kompost, Bienenweide
                          verunreinigte Baumaschinen
     
  • Vorkommen als Neophyt
    am gesamten europäischen Kontinent
    (ausgenommen Mittelmeergebiet)


  • Wettbewerbsvorteil des Springkrauts
    Unterwuchs heimischer Arten verkümmert auf Grund von Schattenbildung
    Rasches Wachstum
    Verdrängung, Nährstoffentzug
     
  • Besonderheiten

    Bienenweide
    Nektar, zuckerreicher Pollen
    erhöhtes Nektarangebot ð verlängerte Brutzeit
    Vorsicht ! ! !    Brut = Nährboden der Varroa-Milbe
     
    Schönheit der Blüte
    "Orchidee" des kleinen Mannes

 


Gefahren

Erosionsgefahr
nach dem Absterben der Pflanzen im Herbst begünstigt das fehlende Wurzelwerk verstärkte Erosion und Abschwemmung
 
Verlust der Artenvielfalt
Brennnesseln (Nahrungsgrundlage für viele Schmetterlingsraupen)  und andere heimische Plfanzen können sich gegen das Drüsige Springkraut schwer durchsetzen
 
Störung des Ökologischen Gleichgewichts
Verdrängung der Frühjahrsblüher, dadurch Nektarmangel im Frühjahr
 

Bekämpfung / Eindämmung

Vorsichtiges Ausreißen oder Mahd vor der Fruchtbildung
Verminderung des Nährstoffeintrags in Gewässer

  • Weitere Neophyten
      Riesenbärenklau
      Kanadische Goldrute
      Japanischer Staudenknöterich
      Beifuß-Ambrosie
       (Von links nach rechts)
       
          
        
       
      Bilder mit freundlicher Genehmigung
       
      Ulmen:                   Margret Thoene
      Weintrauben:          www.kapstadt.org
      Bilder dieser Seite   Markus Grabher
      Weitere:                 Steierm. Berg- und Naturwacht und Internet

       

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      Wichtig ! ! !  Wichtig ! ! !  Wichtig ! ! !


      Die Bevölkerung ist aufgerufen, bei der Eindämmung des Drüsigen (Indischen) Springkrautes mitzuwirken.


      Natur-  und Umweltschutz
      durch
      Pflegen - Schützen - Überwachen


      Links:

      http://www.neophyten.at

      http://www.neophyten.net/problemarten/goldruten.html

      http://www.neophyten.net/problemarten/japanknoeterich.html

      http://www.neophyten.net/problemarten/druesiges_springkraut.html

      http://www.neophyten.net/problemarten/ambrosie.html

      www.cps-skew.ch/deutsch/info_invasive_pflanzen.htm

      http://www.umweltbundesamt.at/umweltschutz/naturschutz/artenschutz/aliens/

      http://de.wikipedia.org/wiki/Kermesbeeren

      (C) 2006 by Steiermärkische Berg-und Naturwacht, Landesleitung Graz, Tel.: +43/316/38 39 90, Fax: 43/316/38 39 90 DW 4, E-Mail: office@bergundnaturwacht.at

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